Dokumentarische Familienfotografie vs. klassisches Familienshooting: Wo liegt der Unterschied?


Ein klassisches Familienshooting läuft fast überall gleich ab. Ihr sucht ein Datum aus, zieht euch aufeinander abgestimmt an, fahrt ins Studio oder zu einer Location, und dann heißt es: alle schauen zur Kamera, bitte lächeln, Kinn etwas höher, jetzt alle zusammen lachen. Am Ende bekommt ihr fünfzehn bis zwanzig Bilder, auf denen alle ordentlich aussehen. Saubere Bilder. Aber auch Bilder, die genauso gut von jeder anderen Familie stammen könnten, die an diesem Tag im selben Studio war.


Bei einer Dokumentation läuft nichts davon. Es gibt kein Kommando, keine Pose, kein "alle zusammen". Ich komme zu euch, meistens für einen halben oder ganzen Tag, und fotografiere, was tatsächlich passiert: das Verhandeln über das Frühstück, das Geheul, weil die Schuhe falsch herum sind, die zehn Minuten, in denen plötzlich alle zusammen auf dem Sofa liegen und niemand mehr streitet.


Was beim klassischen Shooting im Vordergrund steht


Ein Studioshooting ist auf ein Ergebnis hin geplant: ein Bild, das an die Wand passt, gut aussieht, alle zeigt. Dafür wird kontrolliert, was ins Bild kommt und was nicht. Unordentliche Haare, ein Rotzfleck, ein Streit fünf Minuten vorher, das bleibt alles draußen. Das ist keine Kritik am klassischen Shooting. Es ist einfach das Ziel: ein repräsentatives Bild, kein Abbild eures Alltags.


Was bei einer Dokumentation im Vordergrund steht


Bei mir ist das Ziel umgekehrt. Ich will genau die Dinge im Bild haben, die beim Studioshooting rausfallen würden. Das bedeutet auch: Es gibt keine Garantie, dass alle auf jedem Bild gut gelaunt aussehen. Manchmal weint jemand. Manchmal schaut keiner in die Kamera, weil gerade niemand weiß, dass ich überhaupt fotografiere. Das ist kein Fehler in der Session. Das ist der Punkt.


Der eigentliche Unterschied liegt nicht in der Ästhetik


Man könnte meinen, der Unterschied sei rein stilistisch: gestellt gegen ungestellt, Studio gegen zu Hause. Das greift zu kurz. Der eigentliche Unterschied ist, wofür die Bilder später stehen. Ein klassisches Familienfoto zeigt, wie ihr an einem Nachmittag ausgesehen habt. Eine Dokumentation zeigt, wie ihr an einem Nachmittag miteinander gelebt habt. Das ist ein anderer Anspruch, und er lässt sich nicht nachträglich in ein Studioshooting hineinretuschieren.


Für wen sich was eignet


Wer ein repräsentatives Foto für die Weihnachtskarte oder das Wohnzimmer sucht, braucht kein dokumentarisches Shooting, sondern ein gutes Studio oder eine erfahrene Portraitfotografin. Wer dagegen festhalten will, wie sich das Leben mit kleinen Kindern gerade wirklich anfühlt, mit allem, was dazugehört, für den ist die Dokumentation die passendere Wahl. Beides hat seine Berechtigung. Nur beides gleichzeitig geht nicht in einer einzigen Session.


Interesse an einer Familiendokumentation? Dann schreibt mir eine Nachricht, oder schaut euch vorher auf der Familienseite um.